Das Gesundheitssystem gegenüber den Risiken des Klimawandels stärken
238
Müttergruppen sensibilisiert
323
Gesundheitsfachkräfte geschult
7’500
Informationsbroschüren
Im Distrikt Dolakha in der Provinz Bagmati in Nepal leben viele Menschen in einer ländlichen und landwirtschaftlich geprägten Region, die besonders stark vom Klimawandel betroffen ist. Steigende Temperaturen, schmelzende Gletscher, Dürren, Überschwemmungen sowie zunehmend unregelmässige und heftige Monsunregen wirken sich dauerhaft auf die Gesundheit der Bevölkerung aus. Besonders betroffen sind Frauen: Durch ihre zentrale Rolle bei der Wasserversorgung der Haushalte, der Betreuung der Familien und der landwirtschaftlichen Arbeit sind sie erhöhten Gesundheitsrisiken ausgesetzt. Unterbrochene Verkehrswege, beschädigte Gesundheitszentren und verschmutztes Wasser gefährden ihre Gesundheit zusätzlich. Gemeinsam mit Green Tara Nepal stärkt Enfants du Monde die Fähigkeiten lokaler Gemeinschaften und Gesundheitsakteur*innen, fördert das Thema Klima und Gesundheit bei den lokalen Behörden und verbessert den Zugang von Frauen zu qualitativ hochwertiger Gesundheitsversorgung – auch unter schwierigen klimatischen Bedingungen.
Eine anthropologische Studie als Grundlage des Projekts
2025 führten die Universität Lausanne und Green Tara Nepal gemeinsam eine Forschungsstudie im Distrikt Dolakha durch, um die Situation vor Ort besser zu verstehen. Die Untersuchung zeigte deutliche Zusammenhänge zwischen Klimawandel, Wasserzugang und Gesundheit – insbesondere für Frauen.Wasserbedingte Krankheiten, Hautprobleme sowie das Auftreten von Krankheiten wie Dengue oder Malaria überfordern teilweise die medizinischen Kapazitäten in ländlichen Gebieten. Während der Trockenzeit versiegen Wasserquellen, Reservoirs werden verunreinigt – mit gravierenden Folgen: Durchfallerkrankungen bei Kindern sowie Infektionen und Menstruationsbeschwerden bei Frauen nehmen zu. Auf Basis dieser Erkenntnisse wurden gemeinsam mit lokalen Akteur*innen Lösungen entwickelt, die an die Bedürfnisse der Bevölkerung angepasst sind.
Die Gemeinschaft mobilisieren, um Risiken vorzubeugen
Freiwillige Gesundheitshelferinnen spielen eine Schlüsselrolle in der Prävention. Als Vertrauenspersonen in ihren Dörfern werden sie zu klimabedingten Krankheiten, zur Überwachung gesundheitlicher Risiken und zu lokalen Frühwarnsystemen geschult. In regelmässigen Treffen sensibilisieren sie Müttergruppen für Gesundheitsrisiken im Zusammenhang mit dem Klimawandel. Da Gesundheitsentscheidungen oft innerhalb der Familie getroffen werden, werden auch Männer einbezogen. Sie werden dafür sensibilisiert, die Gesundheit von Frauen und Mädchen aktiv zu unterstützen. Dieser gemeinschaftsbasierte Ansatz stärkt die lokale Widerstandsfähigkeit gegenüber klimabedingten Gesundheitsrisiken nachhaltig.
Gesundheitsdienste besser auf klimatische Herausforderungen vorbereiten
Im Zentrum des Projekts steht die Entwicklung umfassender Schulungsinstrumente sowie die Weiterbildung von Gesundheitsfachkräften. Die Inhalte wurden gemeinsam mit nationalen und lokalen Behörden entwickelt, darunter das Nationale Ausbildungszentrum für Gesundheit (NHTC), die Abteilung für Klimawandelmanagement (CCMD), Gemeinden und Vertreter:innen der Bevölkerung. Die Schulungen behandeln unter anderem den Umgang mit klimabedingten Krankheiten, Frühwarnsysteme und Massnahmen zur Vorbereitung auf extreme Wetterereignisse. Ergänzend wurden Informationsposter, Schulungsleitfäden, saisonale Krankheitskalender und Sensibilisierungsmaterialien zum Thema Klima und Gesundheit erstellt.
Besser ausgebildetes Pflegepersonal
Gesundheitsfachpersonen stehen oft an vorderster Front, wenn es um die gesundheitlichen Folgen des Klimawandels geht – bislang fehlte es ihnen jedoch an spezifischer Ausbildung, um damit umzugehen. Das Projekt schliesst diese Lücke gezielt, indem Verantwortliche von Gesundheitsstationen darin geschult werden, wie sich der Klimawandel auf die Gesundheit auswirkt und wie klimabedingte Krankheiten behandelt werden – damit sie ihr Wissen anschliessend an ihre Teams weitergeben können. So werden Gesundheitsfachpersonen schrittweise befähigt, Risiken frühzeitig zu erkennen, Patient*innen besser zu versorgen und angepasste Präventionsbotschaften in die Gemeinschaften zu tragen. Es entsteht ein Netzwerk besser vorbereiteter Fachkräfte, das im Distrikt nachhaltig wirkt.
Unsere Wirkung
- 17 Verantwortliche von Gesundheitsstationen in Klimagesundheit und im Umgang mit klimabedingten Krankheiten geschult
- 68 Gesundheitsfachpersonen in der klinischen Behandlung klimabedingter Krankheiten und in der Gesundheitsaufklärung geschult
- 238 freiwillige Gesundheitshelferinnen in Sensibilisierung, Prävention, Früherkennung und Vorbereitung auf Klimarisiken ausgebildet
- 238 Müttergruppen zur Krankheitsprävention sensibilisiert
- 7’500 illustrierte Informationsbroschüren verteilt