Im Tschad: Mit besserer Vorbereitung die Bevölkerung vor extremer Hitze schützen
Im Osten des Tschad gefährden extreme Hitzeereignisse die Gesundheit der Bevölkerung und erschweren den Zugang zu sauberem Wasser. Enfants du Monde startet ein Projekt, das Zugang zu sauberem Trinkwasser, Prävention, Mobilisierung der Bevölkerung und ein Frühwarnsystem miteinander verbindet, um besonders gefährdete Menschen besser zu schützen.
Zunehmende Knappheit an sauberem Trinkwasser
In der Provinz Ouaddaï steigen die Temperaturen zwischen April und Juni regelmässig auf über 40 °C. Diese starke Hitze erschwert zusammen mit Dürreperioden den Zugang zu sauberem Trinkwasser und erhöht das Risiko von Dehydrierung und Erkrankungen durch verunreinigtes Wasser.
Besonders schwierig ist die Situation für Kinder, schwangere Frauen, ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen. Die Ankunft zahlreicher Flüchtlingsfamilien aus dem Sudan erhöht zudem den Druck auf die Wasserressourcen und die Gesundheitsversorgung. In dieser von Viehzucht geprägten Region nutzen Menschen und Tiere dieselben Wasserstellen, was das Risiko einer Verunreinigung zusätzlich erhöht.
Die Bevölkerung bei starker Hitze besser schützen
Neue gemeinschaftliche Tiefbrunnen werden gebohrt und vorrangige Wasserstellen mit einfachen Chlorierungssystemen ausgestattet. Für die Viehtränke werden separate Bereiche eingerichtet, um das Risiko einer Verunreinigung zu verringern. Zudem werden Handwaschstationen in Schulen, auf Märkten und in Gesundheitszentren installiert und Hygienesets an besonders gefährdete Familien verteilt.
Wetter- und Gesundheitsdaten helfen dabei, Zeiträume mit erhöhtem Risiko zu erkennen und Frühwarnungen auszulösen. Diese Warnungen werden über SMS, Sprachnachrichten und lokale Radiosender verbreitet. Sie helfen der Bevölkerung, ihre Verhaltensweisen rasch anzupassen, insbesondere hinsichtlich ausreichender Flüssigkeitszufuhr, Hygiene und Wassermanagement.
Wissen stärken, um Risiken besser vorzubeugen
Durch Aktivitäten zur Gesundheitsbildung werden Jugendliche, gemeindenahe Vermittlungspersonen und Gesundheitspersonal darin geschult, Anzeichen von Dehydrierung und Durchfall besser zu erkennen. Diese Aktivitäten stärken das Wissen der Bevölkerung und fördern dauerhafte Veränderungen ihrer Verhaltensweisen in den Bereichen Flüssigkeitszufuhr, Hygiene, Hitzeschutz und Wasseraufbereitung.
Das Projekt verfolgt zudem einen One-Health-Ansatz, der die Gesundheit von Menschen, Tieren und Umwelt gemeinsam betrachtet. Die Bevölkerung lernt, Auffälligkeiten beim Wasser, bei Tieren oder bei der Vermehrung von Mücken zu erkennen, um Risiken schneller melden zu können.
Mit diesem Projekt möchte Enfants du Monde die Lebensbedingungen von rund 15’000 Menschen in Ouaddaï nachhaltig verbessern und ihre Fähigkeit stärken, mit den gesundheitlichen Folgen des Klimawandels umzugehen.